Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau

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Inhalt: Neue 'Sperrtore' (Revisionsverschlüsse) für die Kleinen Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel und Brunsbüttel

Die neuen Revisionsverschlüsse im Dock einer Hamburger Werft, kruz vor dem AusdockenZwei Schlepper mit einem besonderen Anhang haben am 22.01. und 24.01.2013 im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau zwei neue Revisionsverschlüsse von Hamburg nach Kiel geschleppt. Die Verschlüsse sind schwimmfähig wie ein Schiff und sollen zukünftig in Kiel und Brunsbüttel eingesetzt werden. Ein Revisionsverschluss ist eine Art Sperrtor, das vor die eigentlichen Tore gesetzt wird.

Mit den auffällig grünen Verschlüssen wird in den nächsten Wochen eine Kammer der Kleinen Kieler NOK-Schleuse von außen abgedichtet und leer gepumpt. Das hat den Vorteil, dass sowohl die Tore als auch die Antriebe und das Schleusenmauerwerk im Trockenen geprüft und repariert werden können.

Weil die Schleusenkammer bereits seit mehreren Jahren nicht mehr in Betrieb ist, wird die Schifffahrt durch die Baumaßnahme nicht behindert. Nach der Reparatur wird die Schleusenkammer der Schifffahrt wieder zur Verfügung stehen.

Die bisherigen Revisionsverschlüsse wurden 1893 und 1894 durch die Howaldtswerke in Kiel gebaut. Sie konnten wirtschaftlich nicht mehr instandgesetzt werden und wurden im Jahr 2012 verkauft. Die Käufer haben sie in Rendsburg demontiert und verschrottet.

Die neuen Revisionsverschlüsse wurden als Schweißkonstruktion aus Schiffbaustahl hergestellt und sind mit einem Korrosionsschutzsystem versehen. Die Verschlüsse sind umlaufend an ihren Enden mit Dichtungen ausgestattet. Durch Fluten der Ballasttanks werden die Verschlüsse an den Schleusenhäuptern in trapezförmige Mauernischen abgesenkt. Nun wird mit Hilfe von leistungsstarken Pumpen das Wasser aus der Schleusenkammer gepumpt und die Verschlussdichtungen von Außen, durch das dort höher stehende Wasser, gegen die Dichtflächen der Mauernischen gedrückt. Die Schleusenkammer ist dann dicht wie eine Wanne und lässt sich so vollständig entleeren.

Der Herstellungsprozess erfolgte aus logistischen Gründen in Segmentbauweise. So wurden der 270 t schwere Binnenhauptverschluss in fünf Segmenten und der 340 t schwere Außenhauptverschluss in sechs Segmenten in Hannover vorgefertigt. Die Segmente wurden nach Hamburg transportiert und im Trockendock montiert. Es folgte die Endbeschichtung der Nähte sowie die Ausrüstung mit Winden, Pollern, Schiebern etc.

Zur Sicherstellung der errechneten Schwimmstabilität wurde in jedem Verschluss unter dem ersten Deck 222 m³ bzw. 350 t selbstverdichtender Beton als Ballast eingebracht.


Technische Daten

Stahlgewicht: Außenhauptverschluss 340 t
Binnenhauptverschluss 270 t
Ballastbeton: Außenhauptverschluss 350 t
Binnenhauptverschluss 200 t
Gesamtgewicht: Außenhauptverschluss 690 t
Binnenhauptverschluss 470 t
Höhe
(Unterkasten Kielkasten - Oberdeck)
Außenhauptverschluss 15 m
Binnenhauptverschluss 13 m
Tiefgang: Außenhauptverschluss 6,50 m
Binnenhauptverschluss 5,10 m
Gesamtlänge: beide 29 m
Größte Breite: beide 8 m
 
 

Der erste der beiden Revisionsverschlüsse (hier der Außenverschluss) bei der seiner Überführung von einer Hamburger Werft zur Schleusenanlage in Kiel-Holtenau am 22.01.2013 im Nord-Ostsee-Kanal auf Höhe Sehestedt'

(für eine vergrößerte Darstellung bitte auf das Bild klicken...)


Revisionsverschlüsse für die Kleinen Schleusen in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau'