Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau

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Inhalt: Leitunsdüker unter der Schleusenanlage Kiel-Holtenau - Kurzbeschreibung der Baumaßnahme

Grundinstandsetzung der Schleusenanlage Kiel-Holtenau

Die gesamte Schleusenanlage ist in die Jahre gekommen. Eine Instandsetzung der Gesamtanlage – unter laufendem Betrieb – ist dringend notwendig.

Für die planvolle Durchführung dieser Aufgabe wurde vom WSA Kiel-Holtenau im Jahr 2012 eine Konzeption erarbeitet. Diese sieht vor, zuerst die Leistungsfähigkeit der Kleinen Schleuse zu erweitern, bevor dann die Grundinstandsetzung der Großen Schleuse starten kann; dann wird nacheinander je eine der zwei großen Kammern für längere Zeit außer Betrieb genommen. Die Kleine Schleuse soll während dieser Zeit als „Bypass“ verwendet werden, damit es vor der sich weiterhin in Betrieb befindlichen Großen Schleuse nicht zu übermäßigen Staus kommt.

Die Arbeiten sollen 2016 starten. Sie werden voraussichtlich bis 2029 andauern. Mehr als 200 Mio. Euro müssen eingeplant werden. Vorarbeiten laufen bereits; z. B. wird derzeit ein neuer Düker unter den Schleusen gebaut.


Neubau eines Leitungsdükers

Um die Ausstattung der für die Kieler Schleusenanlagen notwendigen Daten-, Ver- und Entsorgungsleitungen sicherzustellen, bedarf es unterirdischer Leitungsschächte – sogenannter Versorgungsdüker. Die Großen und die Kleinen Schleusen werden von je drei solcher Düker unterquert. Nach über 100 Jahren Betriebszeit haben diese jedoch das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und genügen zudem aktuellen technischen Standards nicht mehr. Deshalb soll die Versorgung der Schleusengruppe und der angegliederten Betriebseinrichtungen zukünftig durch einen neuen Versorgungsdüker gewährleistet werden. Dieser wird in einer Tiefe von ca. 30 m über eine Länge von knapp 417 m mit einem Innendurchmesser von 1,80 m von der Südseite der Großen Schleusen bis vor das Amtsgebäude auf der Schleuseninsel mit dem Rohrvortriebsverfahren errichtet (siehe Grafik). Zusätzlich werden auf der Mittelmauer der Großen Schleusen und der Mittelinsel zwischen den Schleusengruppen vertikale Versorgungsschächte gebohrt (siehe Grafik), um die Voraussetzungen für den Anschluss der erforderlichen Versorgungsleitungen zu schaffen. Während der gesamten Bauphase sind die Großen Schleusen weiterhin in vollem Betrieb. Das beauftragte Bauvolumen für den Neubau liegt bei ca. 20 Mio. Euro, die Fertigstellung des Baus ist für Ende 2016 geplant.



Das Rohrvortriebsverfahren:

Bei dem hochkomplexen Rohrvortriebsverfahren wird in der Startbaugrube ein Widerlager auf Bohrniveau erbaut, wovon aus die Hauptpresse die Schildmaschine (Bohrkopf) mit statischer Energie in Richtung Zielschacht vortreibt – bei diesem Bauvorhaben beträgt die Distanz zwischen Start- und Zielschacht knapp 417 m.


Die Bauphasen:
Phase 1 Phase 01
Der Startschacht des Leitungsdükers befindet sich auf der Südseite der Schleusenanlage. Hier wurden bereits Bohrpfähle, Kopfbalken und Bodensohle vollständig errichtet. Im nächsten Schritt folgt die Herstellung eines „Dichtblocks“ vor dem Schachtbereich, der von der Tunnelbohrmaschine durchbohrt wird. Anschließend ist das schrittweise Absenken des Wasserspiegels im Schacht geplant.
Phase 2 Phase 02
Der Zielschacht liegt auf der Schleuseninsel nördlich der Schleusenanlage. Nach Fertigstellung der Bohrpfähle und Betonierung des Kopfbalkens, wird der Schacht aktuell von einem Teleskopbagger auf Niveau des Dükers ausgehoben. Im Anschluss folgen die Unterwasserreinigung der Bohrpfähle durch Taucher und die Bohrungen der Rohrknaggen.
Phase 3 Phase 03
Um den An- und Abtransport von Material und großem Gerät während der Bauphase auch auf der Mittelinsel gewährleisten zu können, wurde ein Anleger und eine temporäre Bautrasse errichtet. Auch auf der Mittelinsel sollen die Ver- und Entsorgungsleitungen durch einen Zwischenschacht in den Düker geführt werden. Hierzu wurden bereits zwei Schächte gebohrt, in die anschließend Stahlrohre eingestellt wurden.
Phase 4 Phase 04
Nach der Leitungsumverlegung und der Öffnung und Verfüllung des Technikkellers, wurde das Loch für den Zwischenschacht mit Hilfe des Großlochbohrgerätes gebohrt. In den ca. 35 m tiefen Schacht wurde im Anschluss an die Bohrarbeiten ein tonnenschweres Stahlrohr eingelassen.