Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau

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Inhalt: Leuchtturm Kiel-Holtenau

Der Leuchtturm Kiel-Holtenau steht an der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal (54°22,16’ N und 10° 09,24’ E) in der Kieler Förde. Im Ensemble mit dem Tiessenkai, dem Packhaus und der Schleusengruppe ist er das Wahrzeichen des Stadtteils Kiel-Holtenau. Das wilhelminische Bauwerk zählt zu den schönsten Leuchtfeuern an der deutschen Küste. Der Leuchtturm war nicht nur Seezeichen, sondern wurde auch genutzt um die Rolle des deutschen Kaiserreichs in der Welt zu demonstrieren, wie die Inschrift belegt: „Kaiser Wilhelm II. vollzog die Weihe des Nord-Ostsee-Kanals und übergab ihn dem Weltverkehr am 21.Juni 1895“.

Der Bau des Nord-Ostsee-Kanals, früher Kaiser-Wilhelm-Kanal, dauerte von 1887 bis 1895. Die Grundsteinlegung erfolgte 1887 im Fundament des Leuchtturmes. Hier fand am 21.Juni 1895 auch die Schlusssteinlegung des Kanals statt. Während der Bauzeit des Kanals regierten drei Kaiser: Wilhelm der I. (1871 bis 1888) legte den Grundstein, Friedrich III. (1888) regierte nur kurz und Wilhelm II. (1888 bis 1918) weihte den Kanal 1895 ein. Die Regenten sind in der Drei-Kaiser-Halle im Turm auf Inschrifttafeln verewigt.

Der runde Leuchtturm ist auf einem achteckigen Unterbau errichtet, in dem sich die Drei-Kaiser-Halle mit eigenem Eingangsbereich befindet. Aufgrund des weichen Untergrundes ist der gesamte Turm auf Pfählen gegründet. Der Leuchtturm ist aus rotem und braunem Ziegelmauerwerk erstellt, gegliedert durch Gesimse, Dach und Sockel aus grauem und rotem Granit. Die Bauornamente wurden aus Bronze und Sandstein gefertigt.

Im bronzenen Relief über der Tür reichen sich die Meeresgöttinnen „Nordsee“ und „Ostsee“ vor den Leuchttürmen Brunsbüttel und Kiel-Holtenau die Hände. Sie symbolisieren die Verbindung von Nord- und Ostsee durch den Kanal. Das Sandrelief oben am Turm zeigt den Reichsadler. Das kaiserliche Wappen, der einköpfige, nach rechts sehende Adler mit Schnabel, Zunge und Klauen durfte zur damaligen Zeit an keinem öffentlichen Gebäude fehlen. Auf der Brust des Adlers prangt das Wappen Preußens. Über ihm schwebt die Kaiserkrone als Zeichen der Monarchie. Der Adler findet sich in abgewandelter Form auch in der Drei-Kaiser-Halle wieder.

An den Unterbau schließt sich ein runder Treppenturm an, der in den Leuchtturm führt. Über eine Treppe ist eine Brüstungsebene auf 6 m Höhe erreichbar, die Treppe führt weiter bis zum Leuchtfeuer in 22 m Höhe. In den Jahren 2013 und 2014 wurde der denkmalgeschützte Turm aufwendig saniert.

Der Leuchtturm Kiel-Holtenau ist ein Sektorenfeuer. Die Verbindungslinie zwischen dem Leuchtturm Kiel-Holtenau und dem Leuchtturm Kiel-Wik auf der Südseite markiert den Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal. Mit seinem grün-weißen Sektorenlicht weist der Leuchtturm der aus der Kieler Förde kommenden Schifffahrt einen sicheren Weg in den Nord-Ostsee-Kanal.

Der Leuchtturm Kiel-Holtenau trägt eine leuchtfeuertechnische Anlage für die Befeuerung der Zufahrt in den Nord-Ostsee-Kanal. Er wird vom WSA Kiel-Holtenau ferngesteuert und fernüberwacht und ist mit redundanten technischen Anlagen ausgestattet. Mit einem unterbrochenen weiß-grünen Sektorenfeuer bezeichnet er die Steuerbordseite der Kanalzufahrt. Die Befeuerung mit Fresnel-Linse und 4-fach-Wechsler des Leuchtmittels strahlt das Licht gebündelt und gleichmäßig aus.

Bis heute bietet der Leuchtturm Kiel-Holtenau der Schifffahrt zuverlässige Informationen für die Navigation. Auch künftig wird der Leuchtturm durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes auf dem neuesten Stand der Technik gehalten. Dadurch bleibt der klassische Leuchtturm auch in Zeiten elektronischer Navigation ein modernes Schifffahrtszeichen.


Denkmal und Seezeichen
Architektur

Der Leuchtturm Kiel-Holtenau ist im Ensemble mit Tiessenkai, Packhaus und der Schleusengruppe das Wahrzeichen des Stadtteils Kiel-Holtenau. Das Bauwerk zählt zu den schönsten Leuchtfeuern der deutschen Küste. Dieses besondere Kleinod wilhelminischer Backsteinarchitektur war nicht nur Seezeichen sondern vor allem Verherrlichung des deutschen Kaiserreiches, wie die Inschrift an der Außenwand zeigt: „Kaiser Wilhelm II. vollzog die Weihe des Nord-Ostsee-Kanals und übergab ihn dem Weltverkehr am 21. Juni 1895“. Die Darstellung verschweigt, dass der „Kaiser-Wilhelm-Kanal“ neben der wirtschaftlichen auch eine hohe militärische Bedeutung hatte, da sich so Kriegsschiffe der kaiserlichen Flotte in kurzer Zeit von der Ostsee in die Nordsee verlegen ließen.

Standbild Wilhelm II.

Das Denkmal mit Standort zwischen Leuchtturm und dem Gasthaus „Fördeblick“ ist nicht mehr erhalten. Es wurde im 2. Weltkrieg zur Metallgewinnung eingeschmolzen.

Reichsadler

Der Reichsadler als Symbol des Kaiserreiches durfte zur damaligen Zeit an keinem öffentlichen Gebäude fehlen. Auf der Brust des Adlers prangt das Wappen Preußens; über ihm schwebt die Kaiserkrone als Zeichen der Monarchie. Der Adler findet sich in abgewandelter Form auch in der Drei-Kaiser-Halle wieder.

Meerjungfrauen

Das Relief über der Tür des Leuchtturms symbolisiert die durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals vollzogene Verbindung von Nord- und Ostsee. Die beiden Meerjungfrauen „Nordsee“ und „Ostsee“ reichen sich vor den Leuchttürmen Brunsbüttel (links) und Kiel-Holtenau (rechts) die Hände.

Drei-Kaiser-Halle

Der kleine Raum der Drei-Kaiser-Halle hat eher den Charakter einer Kapelle. Hier wurde den Kaisern der Wilhelminischen Ära, die den Bau des „Kaiser-Wilhelm-Kanals“ ermöglicht hatten, ein Denkmal gesetzt. Die Tafel links vom Eingang bildet Kaiser Wilhelm I. ab, der im Alter von 90 Jahren am 3. Juni 1887 den Grundstein für den Kanalbau legte. Die nächste Tafel erinnert an Friedrich III., der nach nur 99 Tagen im Amt (Regentschaft vom 09.03.1888 bis zum 15.06.1888) an Kehlkopfkrebs starb. Die Inschrift über die Schlusssteinlegung und Eröffnung des Kanals durch Wilhelm II. bildet den Abschluss der drei Kaiser-Gedenktafeln. Über dem Ausgang finden wir den auch auf der Außenwand abgebildeten Reichsadler mit Preußenadler auf der Brust wieder. Auch die Farben Schwarz und Weiß sind ein Hinweis auf den preußischen Ursprung des Kaiserreiches. Die Tür der Drei-Kaiser-Halle ist von außen mit einem verzweigten eisernen Baum gestaltet. Die Krone des Baumes bildet eine Sonne. Im Hinblick auf die Worte Bernhard von Bülows, der 1897 in einer Reichstagsrede Deutschlands Anspruch auf einen „Platz an der Sonne“ formulierte, kann der „Sonnenbaum“ als Symbolik auf die koloniale Expansion des Deutschen Reiches zur Sicherung seiner Großmachtstellung gedeutet werden. Übrigens: In der Drei-Kaiser-Halle des Leutturms kann seit März 2001 geheiratet werden. Weitere Informationen finden Sie - hier...

Geschichte

Bei seiner Einweihung 1895 hieß der Kanal noch Kaiser-Wilhelm-Kanal, benannt nach Wilhelm I., der den Grundstein für den Kanalbau am 3. Juni 1887 im Fundament des Leuchtturms Kiel-Holtenau legte. Hier fand auch die Schlusssteinlegung des Kanals am 21. Juni 1895 statt. Die Feierlichkeiten zur Kanaleröffnung begannen am 19. Juni 1895 in Hamburg. Von dort reiste der Kaiser an Bord seiner Yacht „Hohenzollern“ an der Spitze seiner Flotte von Begleitschiffen zuerst nach Brunsbüttel und anschließend durch den Kanal nach Holtenau. Bei Brunsbüttel zerschnitt die „Hohenzollern“ am 20. Juni 1895 um 4 Uhr morgens die über den Kanal gespannte Schnur und gab damit den „Kaiser-Wilhelm-Kanal“ offiziell für die Schifffahrt frei. Nach achteinhalb Stunden Kanalpassage erreichte der Kaiser Kiel. Neben einer Tribüne für Ehrengäste, die sich westlich des Leuchtturmes mit Blick auf denselben befand, hatte man eine Festhalle im Stile des Dreimasters „Niobe“, einem Segelschulschiff der damaligen Zeit, gebaut. Die geladenen Gäste konnten damit quasi „von Deck aus“ die Zeremonie verfolgen. Um 11:14 Uhr des 21. Juni 1895 tat Wilhelm II. die berühmten „Hammerschläge“ zur Schlusssteinlegung des Kanals, woraufhin der Kaisersalut von den in der Förde liegenden Kriegsschiffen ertönte. Die offiziellen Feierlichkeiten schlossen in Kiel am 22. Juni mit einem großen Kaisermanöver der deutschen Kriegsflotte und einem Fackelzug der Kieler Bevölkerung zum Schloss.

Technische Daten

Leuchtturm Kiel-Holtenau um 1900
Leuchtturm Kiel-Holtenau
... am Tiessenkai
Turmeingang
Treppe zum Leuchtfeuer
Treppengeländer
Eingang zur Kaiserhalle.
Die Meerjungfrauen (über der Eingangstür).
In der Kaiserhalle (1).
In der Kaiserhalle (2).
In der Kaiserhalle (3).
Die Decke der Kaiserhalle.
Der Fußboden in der Kaiserhalle (1).
Fußboden (2)
Tafel Kaiser Wilhelm I
Tafel Kaiser Friedrich
Tafel Kaiser Wilhelm II
Mosaik
Ornament
Kaiseradler innen über dem Eingang.
Gedenktafel Außen